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Referenzen: Heilpraktiker

Für angehende Heilpraktiker/-innen und Heilpraktiker/-innen (auch für Psychotherapie) ist das Bestehen der amtsärztlichen Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt das oberste Ziel der Ausbildung. Denn: Nur nach Bestehen der schriftlichen und mündlichen Prüfung darf man sich in Deutschland als Heilpraktiker/-in bzw. Heilpraktiker/-in für Psychotherapie niederlassen und praktizieren. Persönliche Erfahrungswerte und wertvolle Einblicke in den Ablauf der Prüfungen vermitteln die Gedächtnisprotokolle ausgewählter BTB-Absolventinnen und Absolventen, die diese Hürde mit Erfolg genommen haben.

Norman Arndt zugelassener Heilpraktiker seit 2018

Herr Norman Arndt absolvierte von 2016 bis 2018 den Lehrgang zur Vorbereitung auf die amtsärztliche Heilpraktikerprüfung beim BTB. Nach bestandener Heilpraktikerprüfung Ende 2018 haben wir Herrn Arndt gebeten, ein paar seiner Eindrücke zur amtsärztlichen Prüfung mit uns und allen Interessierten zu teilen. [...]

BTB: Viele entscheiden sich erst nach Jahren anderweitiger beruflicher Tätigkeiten dazu, die Ausbildung zum/zur Heilpraktiker/in anzutreten. Wie sah Ihr bisheriger beruflicher Werdegang aus? Was hat Sie dazu bewogen, Heilpraktiker zu werden?

Arndt: Auch bei mir war es ähnlich. Ich habe viele Jahre in der Finanz-, Bau- und Sportbranche gearbeitet. Erst ein einschneidendes Erlebnis, bei dem mir ein Heilpraktiker in Zusammenarbeit mit einem Arzt in der dritten Welt das Leben gerettet hat, hat mich dazu bewogen, auch selbst Menschen helfen zu wollen. Dabei war es von Beginn an mein Ziel, meinen künftigen Patienten ebenfalls die nötige Achtung und Beachtung zu schenken, die auch ich erfahren hatte.

BTB: Die amtsärztliche Prüfung besteht aus zwei Teilen: der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Prüfung. Wie liefen die Prüfungen ab (Dauer, Anzahl Fragen / Prüfer / Prüflinge, Atmosphäre)? Welche der beiden Prüfungen war für Sie anspruchsvoller – und warum?

Arndt: Die schriftliche Prüfung war für mich insgesamt etwas schwerer zu Händeln, denn sie ist naturgemäß gnadenlos unbestechlich. In der mündlichen Prüfung hingegen kann der Prüfling mit etwas Geschick und einem netten Prüfer Hinweise erkämpfen und so auch eine vielleicht verfahrene Prüfungssituation noch drehen.
Die Schriftliche besteht aus 60 Multiple Choice Fragen, welche in zwei Stunden abzuarbeiten sind. Mit einer entsprechenden Prüfungsvorbereitung ist das aber sehr gut zu schaffen. Bei der schriftlichen Prüfung herrscht eine Art Klassenzimmerathmosphäre.
Die mündliche Prüfung wird im zuständigen Gesundheitsamt abgelegt. In der Regel dauert die Prüfung nicht länger als 30-45 Minuten. Anwesend ist außer dem Prüfling die Prüfungskommission, bestehend aus den Amtsärzten und Heilpraktikern. Jeder der Prüfer hat natürlich seine eigenen Spezialgebiete und Vorlieben, was sich auch auf die Fragen auswirken kann. Natürlich sollte man beachten, möglichst aufgeschlossen, freundlich und professionell aufzutreten. Denn: „Wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es zurück.“.

BTB: Blicken wir noch einmal auf die mündliche Prüfung: Welche Themen wurden abgefragt? Welche Fragen / Aufgaben fielen Ihnen leicht, was empfanden Sie ggf. als besonders schwer? Gab es Fangfragen, vor denen sich ein Prüfling besonders in Acht nehmen sollte?

Arndt: Ich betone noch einmal: Je nach Gesundheitsamt und Mitglieder der Prüfungskommission können hier völlig unterschiedliche Themenfelder abgefragt werden!
Bei mir ging es obligatorisch los mit der Frage, warum ich Heilpraktiker werden möchte. Danach kamen ausführliche Fragen zu Hygiene sowie zwei bis drei Fallgestaltungen zu den Themen Infektionskrankheiten, peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, Nierenbeckenentzündung sowie Gesetzeskunde auf Landes- und Bundesebene.
Mit den meisten Fragen bin ich gut zurechtgekommen. Etwas ins Stocken geraten bin ich bei einer Frage zu den Einsatzgebieten von Urinsticks.
Tükisch war außerdem die Frage zu einer Diagnose einer Rötelnerkrankung bei einem Kind am Freitagnachmittag. Meldepflicht? ja! Wie? Per Fax oder Mail an Gesundheitsamt! Aber Freitag erreichen Sie doch keinen mehr? Ja, korrekt...dann über die 112 den Notarzt informieren!

BTB: Nun haben Sie die Prüfung hinter sich. Wie haben Sie sich darauf vorbereitet? Rückblickend, würden Sie es wieder genauso tun?

Arndt: Im Vergleich zu anderen Ausbildungsinstituten fand ich die BTB Unterlagen gut aufgebaut. Hiermit habe ich immer wiederkehrend gelernt. Zusätzlich habe ich mit alten Prüfungsfragen in Buchform gelernt und zusätzlich digitale Prüfungstrainer genutzt.

BTB: Nutzen Sie das Angebot des BTB, ein Jahr kostenlos Mitglied im Berufsverband VDH zu werden? Wenn ja, was versprechen Sie sich von Ihrer Mitgliedschaft?

Arndt: Ja natürlich. Hierbei kann man ja nur profitieren, sei es in puncto Rechtsberatung, Weiterbildungen, Informationen bis hin zu Rabatten bei den entsprechenden Versicherungen, die Heilpraktiker zur Ausübung ihrer Tätigkeit benötigen.

BTB: Nun haben Sie die amtsärztliche Prüfung bestanden und sind zugelassener Heilpraktiker. Wie geht es nun für Sie weiter? (bzgl. Fortbildung / Fachbereiche / Tätigkeit als selbstständiger oder angestellter HP)

Arndt: Erst einmal werde ich diese Tätigkeit ganz entspannt im Nebenerwerb angehen, das ist wirtschaftlich gesehen der klügere Weg. So kann ich einzuschätzen, wie die Resonanz ist und bin dabei finanziell abgesichert. Natürlich folgen bei mir jetzt auch noch Weiterbildungen, angefangen mit der Heilpflanzenkunde bzw. Phytotherapie beim BTB.

BTB: Abschießend noch mal die Frage nach dem ultimativen Tipp für unsere aktuellen oder künftigen Schüler/innen – wie klappt es mit der erfolgreichen Heilpraktikerprüfung?

Arndt: Wie gesagt, aus meiner Sicht ist das fortan wiederholte Lernen mit verschiedenen Medien sehr wichtig. Natürlich gilt hier besonders, das Gelernte auch richtig zu verstehen und nicht nur auswendig zu lernen.

Lisa-Michelle Dietz<br>

Lisa-Michelle Dietz zugelassene Heilpraktikerin seit 2019

Lisa-Michelle Dietz ist seit April 2019 zugelassene Heilpraktikerin, beim BTB absolviert sie den Lehrgang Ernährungsmedizin. Für uns erstellte sie ein kurzes Gedächtnisprotokoll zur Prüfung beim Gesundheitsamt: [...]

Datum: April 2019
Ort: Gesundheitsamt Lichtenberg von Berlin
Gesamtdauer: Ca. 20-25 min

Teil 1: Gesetzeskunde
- Ich durfte aus mehreren verdeckt liegenden Karten eine ziehen und umdrehen. Auf dieser war die Frage zu Gesetzeskunde aufgebracht.
- Thema: §30 IfSG - Quarantäne
- Ich wurde gebeten zu erklären, wie die Quarantäne gestaltet wird und v.a. wer unter Quarantäne gestellt werden muss/gestellt werden kann.
- Dauer ca. 3 min

Teil 2: Fachfrage
- Ich durfte aus mehreren verdeckt liegenden Karten eine ziehen und umdrehen. Auf diese war die Fachfrage gedruckt.
- Ich wurde gebeten, die Frage vorzulesen. Mir wurden dann 10 min Zeit eingeräumt, um mir Notizen zu meiner Antwort zu machen (Stift und Papier wurden gestellt).
- Thema: Akute und chronische Bronchitis, Diagnostik, DD, Komplikationen
- Nach gefühlt 8 min Notiz-Zeit bat mich die Prüferin anzufangen. Die nachfolgenden Inhalte habe ich vorgetragen, ohne dass ich von der Prüferin oder Beisitzerin unterbrochen wurde.
- Ich habe die akute Bronchitis kurz vorgestellt (Definition, Auslöser/Pathologie), dann ein Anamnesegespräch mit einem Patienten skizziert, in das ich die typischen Symptome habe einfließen lassen, sowie mögliche Untersuchungsbefunde beschrieben. Ich habe Komplikationen und Differentialdiagnosen angesprochen. Dann habe ich den gleichen Vortragsaufbau für die chronische Bronchitis verwendet (Definition, Auslöser + Risikofaktoren, Pathomechanismus, Anamnesegespräch + Symptome) und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Diagnostik (Lufu), DD und Zusammenarbeit mit einem Lungenfacharzt gelegt.
- Im Anschluss an diese Ausführungen stellte mir die Prüferin die Frage, welche Präparate ich dem Patienten empfehlen könne, wenn er gerne besser abhusten möchte (z.B. Thymiantee, Efeu, Inhalationen, Gelomyrtol). Außerdem ist sie noch einmal kurz auf die Ursachen der chronischen Bronchitis eingegangen.
- Dann fragte die Prüferin, ob die Beisitzerin noch Fragen habe; dies wurde verneint. Prüferin und Beisitzerin nickten sich zu und es wurde verkündet "Sie haben bestanden."

Bis hierhin habe ich die Stimmung als streng, nüchtern und fair empfunden. Nun entspannten sich die Gesichter und die Prüferin hat ein persönliches Gespräch angestimmt, das ich als angenehm und wohlwollend empfand. Sie fragte mich z.B., was mein Plan sei in Bezug auf meine zukünftige Tätigkeit und hat in meinen Lebenslauf geschaut und auf einzelne Stationen Bezug genommen. Die Prüferin und die Beisitzerin haben mir alles Gute gewünscht und sich mit Händeschütteln verabschiedet.

Kim Sturmhövel zugelassene Heilpraktikerin für Psychotherapie durch das Gesundheitsamt Köln seit 08.01.2020

Frau Kim Sturmhöfel absolvierte 2018/19 den Lehrgang zur Vorbereitung auf die amtsärztliche eingeschränkte Heilpraktikerprüfung beim BTB. Nach bestandener Prüfung im Januar 2020 haben wir Frau Sturmhöfel gebeten, ihre Eindrücke zur mündlichen Prüfung mit uns und allen Interessierten zu teilen. [...]

Feedback zum Lehrgang „Heilpraktiker für Psychotherapie“ und Gedächtnisprotokoll zum mündlichen Teil der bestandenen Heilpraktiker für Psychotherapie-Prüfung vom 08.01.2020 beim Gesundheitsamt Köln

Vielen Dank an das gesamte Team, das mich bis zur erfolgreich bestandenen Prüfung und darüber hinaus begleitet hat. Sowohl die Verwaltungsmitarbeiter, als auch der Lehrgangsbetreuer, ebenso die Dozentin waren immer erreichbar und konnten alle fachlichen und organisatorischen Fragen mehr als zufriedenstellend kompetent und zügig beantworten. Auch das ‚Persönliche‘ stimmte, der freundliche Ton und die Hilfe in etwas schwierigeren Zeiten, als ich aus persönlichen Gründen eine mehrmonatige Pause machte. Das war sehr entlastend, dass das problemlos ging und der Kurs anschließend fortgesetzt wurde. Auch wenn man im Fernlehrgang alleine lernt, so wird man doch gut betreut und auch unterstützt bei der Suche nach Kontakten (interne Facebook-Gruppen).
Die Unterlagen sind sehr gut strukturiert und aufgebaut. Alles Prüfungsrelevante steht drin. Natürlich habe ich wie alle anderen auch, um ganz sicher zu sein, ergänzend nochmal zu den anstehenden Prüfungen etwas Material hinzugenommen z. B. Originalprüfungsprotokolle. Aber ansonsten war einfach alles Wichtige enthalten und hat mir sehr geholfen, die Materie zu verstehen statt ‚nur‘ auswendig zu lernen. Nach bestandener Prüfung kann ich nur sagen: jederzeit wieder BTB!

Gedächtnisprotokoll zum mündlichen Teil der bestandenen Heilpraktiker für Psychotherapie-Prüfung vom 08.01.2020 beim Gesundheitsamt Köln

Pünktlich um 14.15 Uhr wurde ich von einem der Prüfer aus dem Warteraum des Gesundheitsamtes Köln abgeholt und nach einem gefühlten Kilometer in die Katakomben geführt, also wirklich ins Souterrain.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, die Vorsitzende war Ärztin und Psychiaterin, der zuerst genannte Prüfer Heilpraktiker für Psychotherapie, die andere Dame Beisitzerin (Qualifikation habe ich nicht mehr in Erinnerung) kam es auch relativ zügig zur Sache; mit welchem Verfahren ich nun arbeiten möchte, nachdem ich mich vorgestellt habe und dargelegt habe, warum HP Psych. Da ich bereits mit Senioren arbeite, also ein Interesse für Gerontopsychiatrie habe, antwortete ich mit Entspannungsverfahren und Gedächtnistraining. Das schien dem Heilpraktiker gar nicht zu gefallen, man könne das auch so machen ohne die gesetzliche Heilerlaubnis. Er ritt ständig darauf rum, sodass ich versuchte, die Kurve zu kriegen; wegen vieler komorbider Störungen bei Demenzkranken etc. wäre ein umfangreiches Wissen erforderlich. Auch im Hinblick auf Diagnosestellung und Umgang mit den Menschen. Auch die Vorsitzende fing an, mich in die Ecke zu treiben, sodass ich irgendwann was von kognitiven Verfahren erzählte. Der Einstieg war nicht angenehm.

Es wurde dann schlimmer; der Fall wurde so schnell vorgelesen. Fast hatte ich einen Blackout und bat, ihn nochmals vorzulesen. Wie sich später herausstellte, hatte ich sofort den richtigen Riecher; Prodromalphase einer Schizophrenie, differentialdiagnostisch hatte ich Anpassungsstörung, mittelgradige depressive Episode ausgeschlossen. Ich wurde auch von der Vorsitzenden aufgefordert Fragen bzgl. des Falles zu stellen. Das war hilfreich, weil der Fall nicht so viel hergab. Und mich überhaupt nicht getraut habe, Fragen zu stellen nach der anfänglichen ‚Schieflage’. Der ‚Typ’ im Norweger Pulli und Jeans schaute schon die ganze Zeit entnervt und verdrehte die Augen. Also fragte ich, ob sie Stimmen höre. Sie höre nur ‚Geräusche und Rauschen‘. Hatte also akustische Halluzinationen. Mir fiel zum Glück der Fachbegriff ein (Akoasmen). Als ich begann, darauf zu sprechen zu kommen, wurde ich mehrmals unterbrochen; erst den psychopathologischen Befund zu erheben. Das hat mich so dermaßen aus dem Konzept gebracht, dass mir nur Bewusstsein, Orientierung, Affektivität einfiel… ich stockte und hatte einen Blackout. Irgendwie wusste ich, dass sie nach dem AMDP einfach nur das Raster hören wollten. Dann gab ich zu, auf dem Schlauch zu stehen.

Netterweise hat die Vorsitzende vorgeschlagen, etwas Anderes zu machen und dann später zum Fall zurückzukehren. Also sprachen wir über den ‚Klassiker’ akut suizidaler Patient in der Praxis und mein therapeutisches Vorgehen. Auch wie eine zwangsweise Unterbringung praktisch vor sich geht, Grundlage, wer das letzte Wort hat (Richter) und wie lange er untergebracht werden könne. Das wusste ich zum Glück alles, auch Pöldinger‘s Phasen dargestellt usw.
Wir kehrten dann zum Fall zurück und mir fiel noch Wahrnehmung, Denken ein. Das kommentierte die Vorsitzende wohlwollend (‚das ist schon eine ganze Menge‘), womit wir mitten im Fall waren und ich die Symptome der 28 jährigen Patientin (‚die Kollegen schauen mich so komisch an‘- Abwesenheit, Konzentrationsstörungen) besser deuten und ‚übersetzen‘ konnte. Als ich dann zur Diagnose kam ‚Prodromalphase einer paranoiden Schizophrenie’ schien sich das Blatt zu wenden. Ich wurde gebeten, kurz draußen zu warten, wo ich echt mal kurz beten musste. Mir war klar, dass es sehr knapp war und die meiste Zeit während der Prüfung dachte ich, ich wäre durchgefallen. Ein ganz unangenehmes Gefühl, wenn der Boden die ganze Zeit schwankt, nachdem man so lange gelernt und wirklich alles gegeben hatte. Nach 3 Minuten durfte ich rein und man beglückwünschte zur bestandenen Prüfung!

Natürlich nicht, ohne mir noch ein paar Sprüche reinzuwürgen. Insbesondere der HP: Zu Ihnen würde ich keinen schicken und wieder das Thema Entspannungsverfahren: dafür bräuchte man nicht den Heilpraktiker für Psychotherapie. Die Vorsitzende hatte zwar auch sehr viele provokative Fragen gestellt, aber war unterm Strich wohlwollend und hat Brücken gebaut. Sie sehe keine ‚Gefahr‘. Darum geht’s ja in der Prüfung. Etwas Anderes wäre gewesen, wenn ich sofort nach der Prüfung eine Praxis eröffnen wolle. Da wäre ich durchgefallen. Das wurde mir auch so direkt gesagt. Denn es kämen viele zu dieser Prüfung, die bereits 3 Jahre Ausbildungen in Kognitiven Verfahren hätten. Zum Glück hatte ich mehrmals auch am Anfang klargemacht, dass ich in frühestens 2 – 3 Jahren an eine eigene Praxis denken würde, also nach entsprechender fachlicher Qualifikation. Auch die ältere Dame (Beisitzerin) meinte, dass noch etwas fehlen würde. Insgesamt war die Prüfung wirklich anspruchsvoll, da man trotz viel Wissen, Menschen aus der Praxis vor sich hat und das für sie so Selbstverständliche gar nicht so abrufen kann und der Fall so dünn ist, dass man ganz schön knobeln muss. Auch mit diesen vielen provokativen Fragen umzugehen und sich nicht so in die Ecke zu treiben zu lassen. Ich kann nur jedem raten, eher demütig als euphorisch aufzutreten und sich sehr gut zu überlegen, welche Antwort man auf die Frage gibt, nach welchem Verfahren man arbeiten möchte.

Ich wünsche allen viel Glück und Erfolg und vor allem starke Nerven!

Pierre Tumbas<br>

Pierre Tumbas zugelassener Heilpraktiker seit 07.11.2019

Pierre Tumbas absolvierte bei uns in der Rekordzeit von 8 Monaten den Lehrgang zur Vorbereitung auf die amtsärztliche Heilpraktikerprüfung. Im Oktober 2019 hat er seine schriftliche und am 07.11.2019 seine mündliche Prüfung beim Gesundheitsamt Karlsruhe bestanden und für uns ein Gedächtnisprotokoll erstellt. [...]

Die Prüfung wurde von einem Amtsarzt geleitet und als Beisitzerin war eine Heilpraktikerin vorhanden, die alles was ich gesagt habe aufgeschrieben hat. Zusätzlich wurde die gesamte Prüfung per Tonband aufgezeichnet, was ich auch hätte verneinen können. Da es mich nicht gestört hat, habe ich es aber erlaubt, mich aufzunehmen zu lassen.

Die Prüfung fing, ohne große Formalitäten, direkt mit der Frage an, was eine Allergie ist und welche Typen es von Allergien gibt. Zusätzlich sollte ich noch den allergischen Schock erklären, was ich aber aufgrund meines Skriptes problemlos machen konnte. Wichtig war es den Prüfern, dass man die 4 Typen einer Allergie, mit je einem Beispiel, aufzählen konnte und dass man erklären konnte, warum der anaphylaktische Schock ein Notfall ist und in die Hände eines Krankenhauses gehört → Stichwort: Sorgfaltspflicht!

Als nächstes habe ich ein (sehr langes, ca. eine Seite) Fallbeispiel bekommen, in dem es um eine Frau mittleren Alters ging, die seit langem raucht und die Pille nimmt. Aufgrund seit längerem auftretender anfallartiger Kopfschmerzen hat sie Analgetika vom Arzt verordnet bekommen. Blutdruck war normal. Zusätzliche hatte sie eine Osteochondrose der HWS. Nach einiger Zeit hat sie plötzlich brennende Kopfschmerzen bekommen, als hätte sie jemand mit einer Stange durch den Kopf gestoßen. Dann hat sie plötzlich Nackensteifigkeit und eine Hemiparese bekommen und ist bewusstlos geworden. Anschließend musste sie notoperiert werden und konnte das Krankenhaus nach ca. einer Woche wieder verlassen, blieb aber seitdem ein wenig gehbehindert.

Dann hat man mir vier mögliche Differentialdiagnosen gegeben, die ich zuerst alle erklären und anschließend die richtige finden sollte. Die Auswahl lag zwischen: Migräne, Hirnembolie, Subarachnoidalblutung und einem malignen Hirntumor. Dem Amtsarzt war es sehr wichtig, dass man alle Krankheiten (genau!) beschreiben konnte, inklusive Ätiologie und Symptome und anschließend sollte ich überprüfen, ob es zum vorliegenden Fall passen würde oder nicht.

Obwohl zuerst viel auf die Hirnembolie gedeutet hatte, war die richtige Antwort aber die Hirnblutung, weil die Schmerzmittel, die der Arzt der Frau verordnet hatte, das Blut so stark verdünnt hatten, dass ein vorher unbekanntes Aneurysma in ihrem Gehirn erst leicht und dann, nach einiger Zeit, komplett gerissen ist, wodurch sie diese Kopfschmerzen erlitten hatte und bewusstlos wurde.

Der Amtsarzt hat auch gesagt (was ich auch selber wusste), dass es normalerweise typisch für eine Gehirnblutung ist, akut auftretende vernichtende Kopfschmerzen zu spüren, es aber in diesem speziellen Fall erst Teileinrisse am Gefäß gab, welches erst später komplett gerissen ist, daher der anfallartige brennende Kopfschmerz. Die Information, dass die Frau raucht und die Pille nimmt, sollten zum einen der Verwirrung dienen (weil man bei so etwas ja zuerst an eine Thrombose mit eventueller Lungenembolie denkt), zum andern hat ihr starker Nikotinkonsum speziell ihre Arterien geschädigt, weniger die Venen.

Alles in allem fand ich dieses Fallbeispiel doch schon ziemlich heftig, aber letztendlich konnte ich es lösen, wobei mir aber der Amtsarzt auch oft geholfen hat und wichtige Tipps gab.

Nach dem Beispiel war die Prüfung nach ca. zwanzig Minuten beendet und ich musste nicht einmal vor die Tür gehen, sondern habe gleich bestanden gehabt.

Fragen zu den Themen Gesetze, Hygiene, Notfallmaßnahmen (außer dem anaphylaktischen Schock erklären, aber keine Herz-Druck-Massage vormachen), Infektionskrankheiten und körperliche Untersuchungsmethoden wurden (komischerweise) nicht geprüft. Aber zum Bestehen hat es gereicht :).

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