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Die synthetischenRepertorien führen vermehrt zur Indifferenz- eine internationale facebook-Diskussion

Montag, 10. Mai 2010

Am 20. Januar veröffentlichte ich einen Aufsatz  über diese Problematik auf den Facebook-Seiten der INTERNATIONAL ACADEMY OF CLASSICAL HOMEOPATHY, dem Institut von George Vithoulkas:

“The disadvantages of the new repertories – let´s go back to KENT

In the last years most of the german homeopaths have been using the new “synthetic” repertories. The SYNTHESIS REPERTORY as well as the COMPLETE REPERTORY became the new standard in homoepathic repertorization in Germany. During only a few years several new editions of these books were published – and every new is different from the previous. In my opinion both books (and their computer-programs too) have several disadvantages:
1. Is every polychrest in the future going to have all symptoms?
It is okay to add symptoms of new remedies, of course! But frequently you can find added symptoms of old remedies, which are well tested from the classical authors. All symptoms of this remedies are well known and new addings are not serious. I want to show you two examples:
Lachesis
One of the main symptoms of Lachesis is called “left side agg.” Lachesis is the most important homeopathic drug for problems of the left side. If you have a look to KENT REPERTORY you can notice under “left side agg.”, that Lachesis is listed with value three. “Right side agg.” is only listet with value one. This is in harmony with the old classical authors.
If you have a look to the SYNTHESIS REPERTORY, Ed. 9.1 or to the COMPLETE REPERTORY, Lachesis is listet with value three for “left side agg.” and for “right side agg.” as well!
Lycopodium
It is the most important remedy for health problems of the right side of the body. What you can see under “right side agg.” is similar to that what you can see Lachesis for the left side.
If you are using the new synthetic repertories you must accept the trend, that the differences between the Polychrests will get lost more and more.
2. Do we have to accept frequently changing hierarchies and structures of the new repertories?
In the new editions of the synthetic repertories you can find new structures of symptoms. The authors and publishers want you see this as an advantage and to buy every new edition. And what result do we have? There are existing a lot of different new books, and if we want to discuss a case in the homeopathic community, everyone is getting a different simile!
What do you think are the reasons, why no books containing homeopathic cases are published the last years? What special repertory should the author use, what edition? Everybody has its one different repertory! This are the worst basics for teaching the beginners. ”

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George Vithoulkas antwortete:

“Dear Rolf
I agree with you totally, but what can we do when everyone projects himself as The Teacher and his sayings are taken seriously by the repertory people and carried to the repertories and the MMs?
Best regards
George Vithoulkas”

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Siddharth Kankariy, ein Kollege aus Indien stimmte dem zu:

Yeah .. its true of you both as well..
also our great master kent had made such a vast & complete repertory in d form of “KENTS REPERTORY” dat hardly any new work in this field is useful..
and d use of new repertories adds more to d confusion of selecting rubrics wid almost every polycrest in every rubric..
also d differentiation of rubrics is very finer…similar rubrics r large in number..
so kents repertory is d BEST one to b used in our times too..”

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Danach kündigte ich unsere deutsche Übersetzung des OPEN REP-KENT an:

“Computer-repertorization for free: the OpenRep-Project
Vladimir Polony, a homeoptath from slovakia, created the OpenRep programm in english language. It contains several repertories, for example the Kent Repertory in English and Spanish and the Boenninghausen Repertory in English (downloads: www.homeopathyonline.org). Y…ou can download it for FREE!
Now we are translating Vladimirs english Kent version into German. In a few weeks we will be ready. Then the Kent-programm will be usable in 3 languages and I hope we are re-creating the good old standard of professional repertorization with the KENT.”

Hautausschläge im Gesicht

Dienstag, 13. Oktober 2009

Eine Frau, 65 Jahre alt, kommt in die Praxis. Sie klagt über fleckige Hautausschläge im Gesicht. Diese träten des Öfteren auf, besonders nach Gemütserregungen jeglicher Art. Die Ausschläge gingen einher mit Schwellungen der befallenen Stellen. Nach einiger Zeit würde die Symptomatik dann wieder verschwinden, aber das häufige Auftreten in Gesellschaft würde ihr sehr unangenehm sein.

Die Untersuchung der Patientin ergibt nichts Besonderes: Puls regelmäßig, Blutdruck mit 155/95 etwas erhöht. Sie gibt an, einen zu hohen Cholesterinwert zu haben, dieser sei aber genetisch bedingt. Sie hat darüber hinaus ein auffallend blasses Gesicht, das wäre für sie normal, sagt sie.

Auf weiteres Befragen gibt die Patientin noch an:
Durch die Flecken im Gesicht hätte sie schon eine Abneigung gegen Gesellschaft entwickelt. Sobald die Hautausschläge da sind, spüre sie eine große Traurigkeit. Vor einiger Zeit hätte sie auch eine Gürtelrose gehabt.

Die chinesische Pulsdiagnostik zeigt eine ausgeprägte Überfülle im Lungen- und eine Schwäche im Magenmeridian.Im Einzelnen: Lu++, 3E-, KS+, Ma—, Le+, Ga-. Die Überfülle des Lungenmeridians ist Ausdruck ihrer Neigung zu Hautausschlägen, besonders nach Aufregung. Ich setze folgende Akupunkturnadeln: Lu7, Lu5, KS6, Ma36, Le2, Le3, N8.

Zur Stärkung der Magenenergie verschreibe ich ihr Tinct. taraxacum 20.0 und Tinct. viola tricolor 20.0. als Mischung, 3 x 10 Tr. vor dem Essen, aufgelöst in etwas Wasser. Taraxacum ist eines der Hauptbitterstoffmittel und Viola tricolor ist angezeigt bei Hauterkrankungen.

Zum Schluss gebe ihr einen Fragebogen der Allgemeinsymptome mit und bitte sie, ihn ausgefüllt wieder an die Praxis zurückzuschicken. Unter anderem sind folgende Symptome zu entnehmen: verträgt keine Hitze, häufiger Fußschweiß, Abneigung gegen Fleisch, Schwellung der Füße, besonders nach langem Stehen, ist sehr ungeduldig,

Nach der Repertorisation kamen 2 homöopathische Mittel in die engere Wahl: Sepia und Sulfur. Ich entschied mich für Sepia LM 18 Dil, jeden 2. Morgen 5 Tr., Flasche vor jeder Einnahme 10 x kräftig schütteln.

Nach 8 Wochen kommt die Patientin wieder in die Praxis. In der Patientenakte steht: Allgemeinzustand gut durch Sepia, alle Hautbeschwerden sind verschwunden und nicht mehr wiedergekommen. Sepia wirkt sehr gut. In den letzten Tagen nur jeweils ein leichtes Unwohlsein nach Einnahme der Kräutermischung.

Die Patientin soll daraufhin alle Medikamente absetzen.

Eine (wahrscheinliche) Gallenkolik

Samstag, 20. Juni 2009

Ich werde abends telefonisch zu einem Hausbesuch in eine Studentenwohngemeinschaft gebeten. Die Patientin liegt auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum, bleich im Gesicht und stöhnt. Sie liegt auf der Seite, mit angezogenen Beinen und drückt sich ein Kissen gegen den Bauch. Sie hätte schon einmal eine Gallenkolik gehabt und wahrscheinlich wäre das wieder so etwas. Die Schmerzen gibt sie als krampfartig an und sie hätte ein Gefühl wie ein eisernes Band um den Bauch.
Mir wird nicht viel Zeit zur Behandlung bleiben, wahrscheinlich werde ich in einigen Minuten den Notarzt rufen müssen, so denke ich.

Bei mir habe ich das Kent-Repertorium, die Boericke-Arzneimittellehre und meine homöopathische Hausapotheke mit D-30-Globulis.

Der krampfartige Bauchschmerz, die Besserung durch Druck (Kissen) und Beugen (angezogene Beine). Beim Bandgefühl gibt es im Kent den Hinweis auf “Zusammenschnüren”.

Das Repertorisationsergebnis ist eindeutig.

gallenkolik1

Auch die Arzneimittellehre bestätigt: Colocynthis passt! Ich verabreiche einige D-30-Globuli und warte ab….

….nichts geschieht, keine Reaktion, außer, dass die Koliken noch häufiger zu kommen scheinen.

Ob ihr denn noch kalt wäre, frage ich. Kalt wäre ihr eigentlich immer, antwortet sie. Ich entschließe mich, ihre blasse Gesichtsfarbe und ihre Neigung zum Frieren mit in den Fall einfließen zu lassen. Die Patientin gibt noch an, dass ihr das Kissen zu dem wohltuenden Druck auch noch Wärme spenden würde.

gallenkolik2

Ich gebe ihr Magnesium phosphoricum D30.

Zwei Minuten später ist die Patientin wieder auf den Beinen, als wäre nichts geschehen. Vollkommen beschwerdefrei, aber mit großem Hunger, setzt sie sich an den Küchentisch und isst zu Abend.

Eigentlich unglaublich, aber wahr.

Die rote Nasespitze, Teil 3 – oder die unglaubliche Wirkung der Homöopathie

Samstag, 20. Juni 2009

Der Fall mit der roten Nasenspitze geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe den Patienten noch einmal befragt. Er hat mir bestätigt, dass dieses Symptom bis heute nicht mehr aufgetreten ist.

Da hat ein Patient Schmerzen an der Nasenspitze mit Rötung, und da gibt es tatsächlich ein homöopathisches Mittel, welches in der Lage ist, nach innerem Gebrauch (also nicht durch lokale Einreibung!) exakt diese Beschwerden an der Nasenspitze zu heilen. Ist das nicht gewaltig? Gibt es ein besseres Beispiel für die prompte und ungemein zielgerichtete Wirksamkeit homöopathischer Arzneien?

Wohlgemerkt, Aethusa, der Gartenschierling – das betreffende homöopathische Heilmittel – wirkt in seiner substantiellen Form eigentlich nur tödlich giftig. Es erzeugt Krämpfe und Atemlähmungen bis hin zum Tod – und keine rote Nasenspitze. Aber Aethusa homöopathisch aufbereitet erzeugt in der Arzneimittelprüfung beim Gesunden die Arten von lokalen Nervenentzündungen und Verkrustungen, die imstande sind, die Nasenspitze rot anlaufen zu lassen.

Die Arzneimittelprüfungen von Aethusa wurden schon Anfang des 19. Jahrhunderts durchgeführt, von Stapf, Hartlaub, Trinks, Jahr: alles Kollegen und Mitstreiter Hahnemanns. Zu den Nasensymptomen bemerkten die Prüfer:
“Ausschläge an der Nasenspitze. Herpetischer Ausschlag an der Nasenspitze. Geschwürsschmerz in der Vertiefung der linken Nasenseite, als wenn eine offene Stelle dort wäre.” Entnommen aus Seideneder, “Heilmittelarchiv”

Vithoulkas, einer der bekanntesten Homöopathen der heutigen Zeit gibt in einem seiner (unautorisiert mitgeschriebenen) Seminare eine Geschichte über die besondere Wertigkeit dieses Nasensymptoms von Aethusa zum Besten:
“Ein weiteres charakteristisches Schlüsselsymptom ist ein Hautausschlag auf der Nasenspitze. Ich hatte in Indien einen bekannten Gelehrten zu behandeln. Einige Monate vorher hatte ich ihn bei seinen Vorlesungen gesehen, und mir war sein entsetzlich altes Aussehen aufgefallen. Er war total erschöpft, litt an einer chronischen Bronchitis und unwillkürlichem Urinabgang. Keine Symptome auf der emotionalen oder geistigen Ebene. Alles perfekt. Ich unterhielt mich einige Stunden mit dem Patienten: keine Symptome, nur ein Ausschlag an der Nasenspitze fiel mir auf. Der Mann sah dem Tode nahe aus und ich erinnerte mich an den Ausdruck Kents, dass das Gesicht bei Aethusa vom Tode gekennzeichnet sei. Das alte Aussehen, das Gesicht dem Tode nahe, der Ausschlag auf der Nasenspitze – ich kam zu der Überzeugung, dass es sich in diesem Fall nur um Aethusa handeln könne. Damals war ich noch kein erfahrener Homöopath und es war das erste Mal, dass ich Aethusa verordnete, aber es war ein voller Erfolg.” Aus dem Skript von Faust/Hyronymus “Essenzen homöopathischer Heilmittel nach G. Vithoulkas”


Dr. Vithoulkas möge mir die Zitierung aus dieser Quelle verzeihen, aber das ist einfach zu interessant….

Rötung der Nasenspitze – Die Auflösung

Freitag, 29. Mai 2009

Das Mittel, das geholfen hat, heißt Aethusa.

Bei GESICHT – Hautausschläge – Nase – Nasenspitze     erscheint aeth 2-wertig.

Bei GESICHT – Hautausschläge – Herpes – Nase     erscheint aeth als einiges 3-wertig!

Bei GESICHT – Hautausschläge – Herpes – Nase – Nasenspitze   ist aeth neben 4 anderen Mitteln einwertig vertreten.

Bei BOERICKE erscheint fettgedruckt unter der Rubrik Nase: “Herpetische Ausschläge an der Nasenspitze”.

Bei BOERICKE gibt es auch einige, allerdings nur kurze Hinweise auf Erschöpfungszustände. KENTs Arzneimittellehre beschreibt diese dann ausführlicher. Hier schließt sich dann der Kreis.

Das Mittel wurde 2 x in der  30 gegeben. So wie ich eruieren konnte, ist die schmerzhafte Rötung der Nasenspitze einige Monate lang nicht mehr wieder aufgetreten. Auch die starke Krustenbildung in den Nasenlöchern im Bereich der Nasenspitze hat wohl aufgehört. Danach hat mich der Patient nicht mehr wieder konsultiert. Es ist wohl davon auzugehen, dass eine endgültige Heilung erfolgte.

Homöopathische Repertorisationsprogramme: die Konzentrationsprozesse auf dem Markt setzen sich fort

Dienstag, 26. Mai 2009

Sucht man in einschlägigen Fachkatalogen nach PC-Software zur homöopathischen Repertorisation, so findet man nur noch 1 Produkt: RADAR. Es kommt aus dem gleichen Verlag wie das Synthesis-Repertorium. Zugegeben, Leistungsumfang und die Handhabung der RADAR-Programme sind wirklich gut, da haben Herr R. und seine Entwickler ganze Arbeit geleistet. Was mich aber stört, genau wie im Buchbereich, ist, dass ein einzelner Anbieter sich anschickt, in naher Zukunft eine quasi monopolartige Stellung einzunehmen.

Die RADAR-Produzenten nutzen die in der PC-Welt übliche Strategie: dauernde Neuerscheinungen, jeweils mit Änderungen versehen und irgendwann auch nicht mehr abwärtskompatibel. Einen einheitlichen Standard gibt es nicht, es sei denn, ein Jeder kauft immer schön die neuste Version. Man kann ihnen diese Strategie nicht verübeln, sonst müsste man sich häufig auch an die eigene Nase packen.

Warum nur werden eigentlich in den Fachkatalogen nur noch RADAR-Programme angeboten?

Ich könnte mir gut vorstellen – das ist allerdings nur eine naheliegende Vermutung – dass der Produzent von RADAR Druck auf die Weiterverkäufer ausübt – nach dem Prinzip: “entweder meine Produkte allein, oder Du bist draußen vor”.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass es andere Anbieter schlichtweg nicht mehr gibt oder dass sie nicht mehr in der Lage sind, den Markt mit ihren Produkten zu beliefern. Ich habe das einmal bei zwei weiteren – noch verbliebenen – Anbietern getestet, mich als BTB-Leiter zu erkennen gegeben und Programme zum Testen angefordert. Der eine Anbieter bestand auf einem persönlichen Treffen, bevor es zur Auslieferung gekommen wäre (!) und der andere sandte mir eine Testversion zu, mit der man überhaupt nicht repertorisieren konnte.

Ich denke, die anderen Anbieter haben jahrelang geschlafen und sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Die Dynamik von Radar und Synthesis hat sie schlichtweg überrollt. Mittlerweile kostet das Easy-Kent-Programm von RADAR 150 Euro während die anderen beiden Anbieter für Kent-Programme mit deutlich schlechterer Bedienbarkeit 500 bzw. 850 Euro haben wollen. Natürlich will dann keiner mehr deren Programme kaufen.

Was ist zu tun?

Nun, was kann man tun, um zu verhindern, dass letzten Endes nur noch ein Anbieter übrig bleibt, der die Homöopathen dann nur noch am Gängelband herumführt?
Hat jemand eine Idee?

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