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Die rote Nasespitze, Teil 3 – oder die unglaubliche Wirkung der Homöopathie

Der Fall mit der roten Nasenspitze geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe den Patienten noch einmal befragt. Er hat mir bestätigt, dass dieses Symptom bis heute nicht mehr aufgetreten ist.

Da hat ein Patient Schmerzen an der Nasenspitze mit Rötung, und da gibt es tatsächlich ein homöopathisches Mittel, welches in der Lage ist, nach innerem Gebrauch (also nicht durch lokale Einreibung!) exakt diese Beschwerden an der Nasenspitze zu heilen. Ist das nicht gewaltig? Gibt es ein besseres Beispiel für die prompte und ungemein zielgerichtete Wirksamkeit homöopathischer Arzneien?

Wohlgemerkt, Aethusa, der Gartenschierling – das betreffende homöopathische Heilmittel – wirkt in seiner substantiellen Form eigentlich nur tödlich giftig. Es erzeugt Krämpfe und Atemlähmungen bis hin zum Tod – und keine rote Nasenspitze. Aber Aethusa homöopathisch aufbereitet erzeugt in der Arzneimittelprüfung beim Gesunden die Arten von lokalen Nervenentzündungen und Verkrustungen, die imstande sind, die Nasenspitze rot anlaufen zu lassen.

Die Arzneimittelprüfungen von Aethusa wurden schon Anfang des 19. Jahrhunderts durchgeführt, von Stapf, Hartlaub, Trinks, Jahr: alles Kollegen und Mitstreiter Hahnemanns. Zu den Nasensymptomen bemerkten die Prüfer:
“Ausschläge an der Nasenspitze. Herpetischer Ausschlag an der Nasenspitze. Geschwürsschmerz in der Vertiefung der linken Nasenseite, als wenn eine offene Stelle dort wäre.” Entnommen aus Seideneder, “Heilmittelarchiv”

Vithoulkas, einer der bekanntesten Homöopathen der heutigen Zeit gibt in einem seiner (unautorisiert mitgeschriebenen) Seminare eine Geschichte über die besondere Wertigkeit dieses Nasensymptoms von Aethusa zum Besten:
“Ein weiteres charakteristisches Schlüsselsymptom ist ein Hautausschlag auf der Nasenspitze. Ich hatte in Indien einen bekannten Gelehrten zu behandeln. Einige Monate vorher hatte ich ihn bei seinen Vorlesungen gesehen, und mir war sein entsetzlich altes Aussehen aufgefallen. Er war total erschöpft, litt an einer chronischen Bronchitis und unwillkürlichem Urinabgang. Keine Symptome auf der emotionalen oder geistigen Ebene. Alles perfekt. Ich unterhielt mich einige Stunden mit dem Patienten: keine Symptome, nur ein Ausschlag an der Nasenspitze fiel mir auf. Der Mann sah dem Tode nahe aus und ich erinnerte mich an den Ausdruck Kents, dass das Gesicht bei Aethusa vom Tode gekennzeichnet sei. Das alte Aussehen, das Gesicht dem Tode nahe, der Ausschlag auf der Nasenspitze – ich kam zu der Überzeugung, dass es sich in diesem Fall nur um Aethusa handeln könne. Damals war ich noch kein erfahrener Homöopath und es war das erste Mal, dass ich Aethusa verordnete, aber es war ein voller Erfolg.” Aus dem Skript von Faust/Hyronymus “Essenzen homöopathischer Heilmittel nach G. Vithoulkas”


Dr. Vithoulkas möge mir die Zitierung aus dieser Quelle verzeihen, aber das ist einfach zu interessant….

Rötung der Nasenspitze – Die Auflösung

Das Mittel, das geholfen hat, heißt Aethusa.

Bei GESICHT – Hautausschläge – Nase – Nasenspitze     erscheint aeth 2-wertig.

Bei GESICHT – Hautausschläge – Herpes – Nase     erscheint aeth als einiges 3-wertig!

Bei GESICHT – Hautausschläge – Herpes – Nase – Nasenspitze   ist aeth neben 4 anderen Mitteln einwertig vertreten.

Bei BOERICKE erscheint fettgedruckt unter der Rubrik Nase: “Herpetische Ausschläge an der Nasenspitze”.

Bei BOERICKE gibt es auch einige, allerdings nur kurze Hinweise auf Erschöpfungszustände. KENTs Arzneimittellehre beschreibt diese dann ausführlicher. Hier schließt sich dann der Kreis.

Das Mittel wurde 2 x in der  30 gegeben. So wie ich eruieren konnte, ist die schmerzhafte Rötung der Nasenspitze einige Monate lang nicht mehr wieder aufgetreten. Auch die starke Krustenbildung in den Nasenlöchern im Bereich der Nasenspitze hat wohl aufgehört. Danach hat mich der Patient nicht mehr wieder konsultiert. Es ist wohl davon auzugehen, dass eine endgültige Heilung erfolgte.

Rötung der Nasenspitze mit Schmerzen

Ein symptomenarmer Fall
Ein Patient klagt über rezidivierende Beschwerden an der Nase. Jedes Mal, wenn er sich Krusten aus der Nase im Bereich der Nasenspitze entfernt, kommt es zwei Tage später zu folgender Symptomatik:
Müdgkeit, Abgeschlagenheit, dann Rötung der Nasenspitze mit lokalen Schmerzen, wenn die Nasenspitze berührt wird. Das Ganze klingt dann nach einigen Tagen wieder ab.

Damit kann man wenig anfangen. Offenbar wird durch die mechanische Reizung der Schleimhaut an der Nasenspitze ein entzündlicher Prozess in Gang gesetzt. Und diese Symtomatik wiederholt sich häufiger, so dass an eine lokale Infektion durch Verunreinigung (der Hände) nicht zu denken ist. So etwas kann einmal passieren, sich aber wohl nicht in schöner Regelmäßigkeit wiederholen.

An Alkoholfolgen ist auch nicht zu denken, das passt nicht zum Patienten, außerdem wäre eine alkoholbedingte Rötung schmerzlos. Herpes-Infektion? Auf die Frage, ob der Patient manchmal unter Herpes-Ausschlägen an der Lippe leiden würde, bejaht er das.

Ich repertorisiere kurz im Beisein des Patienten: Rötung der Nasenspitze und Schmerzen. Die Müdigkeit und Abgeschlagenheit lasse ich weg, das ist mir zu undifferenziert (Müdigkeit = über 300 Mittel).
Rhus tox wird bei beiden Symptomen genannt. Auch die Beschreibung im Boericke passt ganz gut zu den Beschwerden des Patienten. Ich verabreiche ihm 2 x eine Dosis D30. Nach 4 Wochen kommt die Meldung, dass es nicht besser wurde. Die Rötung heilte nach einigen Tagen ab wie immer und jetzt wäre sie wieder da – mit gleicher Symptomatik.

Dieses Mal beziehe ich die Müdigkeit und Abgeschlagenheit in meine Überlegungen mit ein. Ich entscheide mich, davon auszugehen, dass es sich um wiederkehrende Herpes-Ausschläge handelt und repertorisiere in diese Richtung. Es wurde ein voller Erfolg. Nach 2-maliger Gabe des herausgefundenen Mittels ist die Symptomatik bis heute nicht mehr aufgetreten.

Benutzt habe ich das Synthesis 9.1 und die Arzneimittellehre von Boericke.

Um welches Mittel könnte es sich gehandelt haben?
Auflösung später.