Artikel-Schlagworte: „Phytotherapie“

Beruhigung, Entspannung – aber keine aktive Ermüdung: Schlafmittel auf pflanzlicher Basis

Dienstag, 4. Mai 2010

Die Veranstaltung des Komitees “Forschung Naturmedizin e.V.” im April 2010 befasste sich unter Anderem auch mit den Wirkungen beruhigender Phytotherapeutika. Aus einer abschließenden Pressemitteilung geht hervor, dass Hypnotika (Schlafmittel) auf pflanzlicher Basis gegenüber den synthetischen (z.B. aus der Gruppe der Benzodiapine) erhebliche Vorteile haben:

- sie können keine Abhängigkeiten erzeugen (Ausnahme: theoretisch wären Abhängigkeiten bei Baldrian möglich, praktisch kommt das aber kaum vor)
- sie beruhigen und entspannen, ermüden aber nicht aktiv. Dementsprechend kommt es bei einer Einnahmer von Phytohypnotika auch nicht zu Kognitions- und Reaktionseinschränkungen.
- pflanzliche Präparate führen zu nachweislich besserer Schlafqualität als die eher betäubenden synthetischen Präparate. Am Morgen nach der Einnahme sei der beruhigende Effekt dann nicht mehr spürbar.

Dabei wurden insgesamt 5 Heilpflanzen besonders hervorgehoben: Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Haferkraut. Diese müssen aber hoch dosiert werden!

Quelle:

Ärzte Zeitung v. 30.4.2010

Ginkgo biloba – zum Zweiten…

Mittwoch, 27. Januar 2010

Ich hatte es ja schon geahnt. In meinem letzten Artikel, der die wissenschaftlich belegte Nichtwirksamkeit von Ginkgo-Präparaten zum Thema hatte, warf ich die Frage auf, wie lange es wohl dauern würde, bis die Pharmaindustrie mit Gegenargumenten kontern würde.

Nun, es hat nicht einmal 20 Tage gedauert. Die Ärzte-Zeitung vom 22./23.1.:

“Neue Daten entfachen Diskussion um Ginkgo…

Kann eine Therapie mit Ginkgo biloba den kognitiven Abbau im Alter verzögern? Eine 6 Jahre dauernde große US-Studie bei über 70-Jährigen hat dafür zumindestens keine Anhaltspunkte ergeben. EINE AKTUELLE META-ANALYSE KOMMT JEDOCH ZU ANDEREN SCHLUSSFOLGERUNGEN…”

Aha, eine sogenannte Meta-Analyse. Das ist also eine Analyse, zusammengesetzt aus mehren Einzelanalysen… Und von wem wird diese Meta-Analyse veröffentlicht?  Natürlich von der Firma Schwabe, dem Hersteller des meistverkauften Ginkgo-Mittels “Tebonin”.

Es geht hier nicht darum, die Pharmaindustire grundsätzlich anzugreifen noch ist es angebracht, die Vermischung von Wissenschaft und Marketing unbedingt an den Pranger zu stellen. Marketing muss jeder betreiben, der seine Brötchen verdienen will und wir sollten Firmen wie Schwabe, Madaus und anderen dankbar sein, dass sie die Phytotherapie hoch halten und uns mit standardisierten Mitteln versorgen. Es gilt das allgemeingültige menschliche Prinzip: wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Das tun wir doch alle, nicht nur die Firma Schwabe.

Es geht darum, diese Mechanismen wahrzunehmen und sich davon nicht die eigene Urteilsfähigkeit vernebeln zu lassen. Soll ein jeder sich seinen eigenen Reim darauf machen, welche Untersuchungen glaubwürdiger sind.

Wer den gesamten Artikel lesen möchte: Ärzte Zeitung vom 22./23.1.2010, Seite 9 oder online bei www.aerztezeitung.de

Ginkgo biloba – das Wundermittel scheint entzaubert zu sein

Freitag, 8. Januar 2010

Die Süddeutsche Zeitung brachte es am 30.12.2009:

Ginkgo hilft nicht gegen den geistigen Abbau im Alter

Ginkgo ist eines der beliebtesten Naturheilmittel in Europa und den USA. Ginkgo wird als Mittel gegen den Niedergang von Nervenzellen und zur Stärkung der Konzentrations- und Merkfähigkeit im Alter eingesetzt. In einem groß angelegten Versuch haben jetzt Wissenschaftler der Universität Pittsburgh herausgefunden, dass es keine beweisbaren Wirkungen von Ginkgopräparaten gibt.

An der Studie beteiligten sich 3069 Probanden zwischen 72 und 96 Jahren. 1545 Personen erhielten zweimal täglich ein beliebtes Präparat weines deutschen Herstellers, 1524 Personen bekamen Placebos. Mit Hilfe verschiedener Tests wurde die geistige Leistungsfähigkeit beider Gruppen über 6 Jahre lang mit verschiedenen Methoden getestet.

Das Endergebnis: Es konnten keinerlei Hinweise auf einen Effekt von Ginkgo biloba auf Veränderungen der allgemeinen geistigen Leitungsfähigkeit festgestellt werden. Auch spezielle Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Sprache oder Konzentrationsfähigkeit wurden durch Ginkgo nicht verbessert.

Schade, allein die Vorstellung von der Wirksamkeit war doch so schön für uns Phytotherapeuten. Aber vielleicht bringt ja ein Hersteller biologischer Arzneimittel eine zweite, “unabhängige” Untersuchung mit dem entgegengesetzten Ergebnis an die Öffentlichkeit… Mal schauen, wie lange das dauert :) .

Efeu – das Heilpflanzenmittel gegen Entzündungen der Atmenwege

Freitag, 20. November 2009

Die Arzneipflanze des Jahres 2010 heißt “Hedera helix”. Wir schreiben wohl erst das Jahr 2009, aber für 2010 steht laut der Uni Würzburg fest: der Efeu soll es sein.

Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Efeuextrakten bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege. Welche Wirkstoffe dafür zuständig sind, ist nicht in der Pressemitteilung der Deutschen Ärztezeitung vom 20.11.2009 verzeichnet. Ich denke es sind wohl Saponine.

Gerade bei den so quälenden entzündlichen Bronchitiden gibt es kaum Heilpflanzenpräparate, die imstande sind, einen quälenden akuten Hustenreiz wirksam zu lindern:

  • Am ehesten sind noch die ätherische Öle dazu in der Lage. Sie bergen aber die Gefahr einer Überdosierung.
  • Schleimstoffe erreichen nur bedingt die mittleren und unteren Atemwege.

Häufig ist man geneigt, zu zentral beruhigenden Medikamenten zu greifen – hier vor allem kodeinhaltige Präparate. Sie wirken prompt, haben aber bedeutende Nachteile: es wird kein Schleim mehr nach außen befördert und die Bronchitis läuft Gefahr, zu einer Pneumonie auszuarten. Auch sollte die suchterzeugende Wrkung von Kodein nicht unterschätzt werden, es ist nicht umsonst ein Abkömmling vom Schlafmohn.

Da kommt uns die Meldung der außerordentlich guten Wirksamkeit von Efeupräparaten gerade recht! Wie schreibt die Ärztezeitung in ihrer Meldung weiter:

“Aber Achtung: Frische Efeublätter und ihr Saft können auf der Haut allergische Entzündungen verursachen…..Kinder können sich mit den Beeren vergiften. Die Folgen sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.”

Also: auch beim Efeu sollten – wie überall in der professionellen Phytotherapie – nur standardisierte Präparate aus der Apotheke bevorzugt werden.

Gesichtsrötung, Rosacea, Neurodermitis, Erythem – wirksames Pflanzenpräparat in Aussicht

Donnerstag, 12. November 2009

Gegen die chronischen Rötungen im Gesichtsbereich gab es bisher nur sehr wenig aus dem Pflanzenbereich einzusetzen. Man kann die gesamte Phytotherapie-Literatur rauf und runter lesen: kaum etwas zu finden über dieses Thema. Der einzige nennenswerte Hinweis kommt von Messegue: er läßt Mohnblütenblätter, Rosenblütenblätter und Schöllkrautblätter einige Tage in Wasser ziehen, seiht die Planzenreste ab und hat dann ein kosmetisches Wasser zum äußeren Benetzen der gereizten Haut. Eine gewisse Wirkung kann  man dieser Mazeration nicht absprechen. Aber der große Wurf ist das nicht (aber immerhin besser als gar nichts!)

Jetzt lässt ein Artikel der Ärztezeitung vom 9.11.2009 aufhorchen: “Mit einem Extrakt aus Süßholzwurzel gegen Hautrötung”:

Das Flavonoid “Licochalon” ist im Süßholzwurzelextrakt enthalten und hemmt nachweislich die Ausschüttung von Entzündungsstoffen, mit der Folge, dass die Hautrötungen abnhmen oder sogar ganz verschwinden. Geprüft wurde dies in einer Studie mit über 4000 Menschen.

Mittlerweile wird der Extrakt schon eingesetzt: in den “Anti-Rötungs-Cremes” der Firma Eucerin, die hauptsächlich bei Akne rosacea eingesetzt werden können und in der “Omega-Creme” von Eucerin, die bei atopischer Dermatitis und bei Folgen zu starker Sonneneinstrahlung indiziert ist.

Heilpflanzenbilder zum kostenlosen Download

Samstag, 11. Juli 2009

Auf unserer Inernetseite  http://www.naturemed.de/downloads_heilpflanzen.php ein Paket mit Heilpflanzenbildern platziert.

Die Bilder haben wir selbst in unserem Heilpflanzengarten geschossen. Sie sind Copyright-frei und können von Jedem für eigene Zwecke verwendet werden (z.B. für Heilpflanzen-Seminare o.ä.).

Es handelt sich um Bilder der wichtigsten mitteleuropäischen Heilpflanzen mit gesicherter Wirkung (mite-Heilpflanzen), deren Auszüge rezeptfrei in Apotheken erhältlich sind. 3 Heilpflanzen stammen aus dem nicht-europäischen Raum (Brahmi, Gotu Kola, Teebaum).

Auflistung:
Apothekerrose
Baldrian
Beinwell
Brahmi
Brennessel
Cayennepfeffer
Eisenkraut
Faulbaum
Fenchel
Faulbaum
Frauenmantel
Gingko biloba
Gotu Kola
Hopfen
Johanniskraut
Kamille
Kapuzinerkresse
Knotige Braunwurz
Kresse
Lavendel
Lein
Liebstöckel
Löwenzahn
Mädesüß
Malve
Minze
Ringelblume
Rosmarin
Salbei
Schafgarbe
Schöllkraut
Senf
Spitzwegerich
Steinklee
Teebaum
Thymian
Weide
Wein
Weissdorn
Wermut
Zistrose
Zitronenmelisse

Viel Spaß damit!