Artikel-Schlagworte: „Garten und Heilpflanzen“

Krämpfe statt wohltuender Wirkung

Dienstag, 2. Juni 2009

Ich erinnere mich an eine unschöne Geschichte aus dem vergangenen Sommer. Damals habe ich einige frische Stengel mit Blättern und Trieben von der Zitronenmelisse und der Marokkanischen Minze grob abgerissen und mit nach Hause genommen. Damit habe ich mir dann abends einen Tee aufgebrüht. Nachts wachte ich mit ziemlich starken Magenkrämpfen auf. Ich habe gedacht, das können nur Verunreinigungen mit der Ackerwinde ausgelöst haben.

Seitdem achte ich immer ganz besonders darauf, dass sich keine Beimengungen von Ackerwinden im frisch gepflückten Pflanzengut befinden. Die jungen Triebe der Ackerwinden sind in frischem Pflanzenmaterial nur äußerst schwer auszumachen.

Jetzt habe ich einmal recherchiert, was es mit der Wirkung der Acker- oder Zaunwinde so auf sich hat. Man erzählt sich ja die abenteuerlichsten Geschichten von den Wirkungen der Windenpflanzen (z.B. halluzinogene Wirkung).

Roth, Daunderer, Kormann, “Giftpflanzen – Pflanzengift”, ein Standardwerk. Und was schreiben die über CALYSTEGIA SEPIUM?

“Vergiftungserscheinungen: Laxierende Wirkung (abführend)

Gefährlichkeitsgrad: Wenig giftig.”

Na, das war ja wohl nichts. Die Zaunwinde ist ja gar nicht so gefährlich, wie ich angenommen habe. Da muss es wohl einen anderen Grund für meine damaligen nächtlichen Magenkrämpfe gegeben haben. Aber ich will in Zukunft doch einmal weiter auf die Suche nach einheimischen Giftpflanzen gehen, die imstande sind, Heilpflanzenbeete zu “kontaminieren”.

Bild 1: Die Ackerwinde versucht, alles im Garten zu überwuchern.

Bild 2: Die Ackerwinde schlingt sich um die Marokkanische Minze.

Bild 3: Auch die Zitronenmelisse bleibt nicht verschont.

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Helle Flecken auf den Salbeipflanzen

Freitag, 15. Mai 2009

Vor eingen Tagen habe ich auf einer Salbeipflanze helle Flecken entdeckt. Die Blätter fangen dann an, sich einzurollen.

Das Ganze verbreitet sich mit ziemlicher Geschwindgkeit. Momentan ist fast schon die ganze Salbei-Anpflanzung betroffen.

Hat jemand eine Ahnung, was das ist, und was man dagegen tun kann?

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Probleme mit der Beetbegrenzung bei den Minzearten

Montag, 11. Mai 2009

Alle Minzearten neigen zum Wuchern. Um zu verhindern, dass die Pflanzen nach einiger Zeit zwischen den Steinen der Gehwege emporsprießen, ist ein regelmäßiges Kürzen der Ausläufer oder eine 20 cm tief ins Erdreich eingelassene Abgrenzung erforderlich.

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Im ersten Bild sind die Ausläufer der Marokkanischen Minze zu sehen. Dadurch vermehren sich die Pflanzen. Die Ausläufer wachsen meist unterirdisch weiter und sind äußerst robust.

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Zu sehen ist ein Beet mit Pfefferminzpflanzen. Die Pflanzen sind über die eigentliche Beetabgrenzung hinaus gewachsen und wachsen sogar zwischen den Steinen der Gehplatten. Bei fehlender Gegenmaßnahme ist damit zu rechnen, dass der Wegbereich durch die wuchernde Minze allmählich zerstört würde.

Der Wermut mag es einsam

Freitag, 1. Mai 2009

Im BTB-Heilpflanzengarten stand ein stattlicher Wermutstrauch. Daneben wuchs eine Gewürzlorbeerpflanze. Ich habe mich die ganzen Jahre gewundert, warum diese nicht größer als 30 cm wurde. Der Lorbeerstrauch in meinem privaten Garten hat über die Jahre immerhin eine Größe von über 2 m erreicht.

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Jetzt habe ich gelesen, dass der Wermut keinen neben sich verträgt, mit einer Ausnahme: er verträgt sich gut mit Johannisbeerpflanzen, denen hält durch seinen strengen Geruch den Säulenrost fern. Ich will es einmal probieren und habe die mächtige Wermutwurzel in drei Stücke geteilt und diese unter die Johannisbeerpflanzen gesetzt.

Der Wermut hat als Tiefwurzler eine Verpflanzung überhaupt nicht gern, ich habe es trotzdem versucht. Mal schauen, was daraus wird.

Noch einige Zeilen zu den Wirkungen von Artemisia absinthum:

Die herausragenden Eigenschaften sind die Bitterstoffwirkungen. Bei den 3 bittersten einheimischen Heilpflanzen, die wir kennen, nimmt der Wermut hinter dem Enzian und vor dem Tausendgüldenkraut den mittleren Rang ein.

Die verdauungsstärkenden und allgemein tonisierenden Eigenschaften der Bitterstoffe sind ja hinlänglich bekannt. Ich würde aber niemals ein nicht standardisierten Wermutpräparat – z.B. in Form eines Tees aus der eigenen Pflanze – einnehmen. Dafür habe ich zu viel Respekt vor den Giftwirkungen des Thujons, das der Wermut ja auch in nicht unerheblicher Menge enthält.

Ich muss gestehen, dass ich bei Bitterstoffen die alkoholischen Auszüge den Tees oder Tinkturen vorziehe. Ein Fernet Branca nach einem schönen Essen kommt einfach besser…

Rolf Meyer

Eigene Erfahrungen mit Cistus incanus

Donnerstag, 9. April 2009

Ich habe vor einigen Jahren schon Informationen über die ausgezeichnete Wirkung von Zistroseextrakten bei Grippeerkrankungen erhalten. Es dauerte einige Zeit, bis mir die Apotheke ein entsprechendes Monopräparat besorgen konnte:  es sind die “Vita nerton” Lutschtabletten der Firma Dolorgiet GmbH in Sankt Augustin/Bonn.cistus-incanus-dragees1

Mit diesem Präparat habe ich wirklich ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Bei dem Gefühl einer nahenden Grippe (Knochenschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen – auch in Verbindung mit lokaler Infektsymptomatik wie Halsschmerzen oder Husten oder auch Magen-Darmproblemen) nehme ich die Cistus incanus Dragees ein:1-2 Tage lang mehrmals tagsüber einen Dragee im Munde zergehen lassen und die Symptomatik klingt ab.Mittlerweile werden alle Familienangehörige und auch Mitarbeiter des BTB-Sekretariats bei Bedarf mit diesem hochwirksamen Mittel behandelt.

Ich habe versucht, mir Zistrosenstauden zu besorgen: bei der Gärtnerei Rühlemanns bin ich fündig geworden. Wenn Sie die Bezugsadrecistus-incanusese benötigen: bitte googeln. Die Pflanzen werden als winterhart beschrieben, den Superwinter der letzten Saison haben sie trotzdem nicht überstanden. Ich werde mir neue Pflanzen von Rühlemanns besorgen müssen, die verschicken auch. Und irgendwann werde ich einmal einen Teeaufguss probieren.

Rolf Meyer

Cistus incanus (Zistrose) – das Grippemittel

Donnerstag, 9. April 2009

Bearbeitete Auszüge aus Artikeln der Ärztezeitung vom 26.9.2005, 20.11.2006 und 17.2.2009

Im Mittelmeer-Raum werden Präparate aus der Zistrose gegen viele Infektionskrankheiten angewendet. In diversen Studien der letzten Jahre wurde für einen Zistrosenextrakt eine Wirksamkeit gegen Influenzaviren belegt.

1. Untersuchung von Prof. Planz, Uni Tübingen
Forscher um Professor Oliver Planz von der Universität Tübingen haben Zellkulturen mit Influenzaviren versetzt. Einem Teil der Kulturen wurde zudem ein standardisierter Extrakt der Zistrosen-Unterart “Cistus incanus” zugesetzt. Unter Einfluss des Pflanzenextrakts seien deutlich weniger Zellen durch das Virus zerstört worden als in den Kulturen ohne den Extrakt. Das berichtete Planz auf einer Pressekonferenz des Komitees Forschung Naturmedizin in München.
In weiteren Experimenten wurde die Wirksamkeit des Extrakts mit der eines schulmedizinischen Standardgrippemittels verglichen. Anders als bei dem Standardmittel hätten die Viren keine Resistenzen gegen den Extrakt entwickelt. Möglicher Wirkmechanismus des Extrakts: Die darin enthaltenen polymeren Polyphenole (gerbstoffartige Pflanzenwirkstoffe, auch im roten Weintrauben und im grünen Tee enthalten) umlagern die Viren adhäsiv und hindern sie, an Zellen anzudocken.

2. Untersuchung von Prof. Ludwig, Uni Münster
Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Ludwig bestätigte, dass sich der Zistrosenextrakt in der Praxis zur Grippe-Prävention und -Therapie bewährt.
Die Substanz verhindert erfolgreich die Vermehrung von Influenza-A-Viren. Die Forscher der Studie vermuten, dass die antioxidative Wirkung der Substanz in den Zellen Ursache dafür ist.

Ludwigs Experimente deuten zumindest für den Cist-Rosen-Extrakt aber in eine andere Richtung. So hat er festgestellt, dass Viren, die vor der Infektion mit dem Extrakt behandelt werden, kaum noch infektiös sind. Demnach scheint der Extrakt auch direkt auf die Viren zu wirken. “Wir gehen davon aus, dass die Viren selbst gehemmt werden”, so Ludwig.

Ursachen dafür könnten ebenfalls Polyphenole in dem Extrakt sein. So ist bekannt, dass Polyphenole Proteine verklumpen können. Viren haben besonders viele Proteine in ihrer Außenhülle. Binden Polyphenole dabei an wichtige virale Rezeptoren, können die Viren nicht mehr in Zellen eindringen. ” In Aufnahmen mit Fluoreszenz-Mikroskopen konnte man sehen, dass Viren offenbar auf den Zelloberflächen sitzen und nicht reinkommen”, so Ludwig. Da die Proteinbindung unspezifisch ist, könnte dies auch die Wirkung des Cist-Rosen-Extraktes auf andere Viren erklären. So klangen mit dem Extrakt, den Patienten mit Tonsillopharyngitis in einer klinischen Studie gurgelten, die Beschwerden schneller ab als mit grünem Tee – solche Infekte sind meist viral bedingt.

Für Ludwig ist der Extrakt daher bei einer Atemwegsinfektion einen Versuch wert: “Ich würde den Extrakt nicht nur bei einer beginnenden Grippe nehmen, sondern nehme ihn jetzt schon bei beginnenden Halsschmerzen oder Entzündungen in der Mundhöhle.”

Übrigens: Eine schädliche Wirkung des Extraktes auf die Zellen konnte bei weiteren Versuchen nicht festgestellt werden. Auch die Gabe hoher Dosierungen von Cistus incanus zeigen also keinerlei Nebenwirkungen.

 

Rolf Meyer

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