Archiv für die Kategorie „Heilpflanzenkunde“

Heilpflanzen kommen und gehen

Montag, 16. August 2010

Pflanzen haben u.a. auch die Aufgabe, den Boden zu verbessern, ihn für das Wachstum anderer Gewächse vorzubereiten. Dabei gibt es verschiedene “Vorbereiterpflanzne” für die verschiedensten Aufgaben.

Bei frisch aufgeschüttetem, lehmigen Boden werden plötzlich die in dieser Erde sich befindenden Kamillesamen aufgehen. Dabei gibnt es dann ganze Kamillenwiesen, die allerdings im 2. oder 3. Jahr nicht mehr auftreten. Danach setzen sich dann Wiesenpflanzen durch.

Sobald im Wald eine Lichtung entsteht, kommen die Fingerhutpflanzen zum Zuge. Auch hier nur ein bis zwei Jahre, um dann Nachfolgepflanzen Platz zu machen.

Heilpflanzen als Ruderalpflanzen

Dienstag, 11. Mai 2010

Ruderalpflanzen sind Gewächse, die besonders gerne in der Nähe menschlicher Ansiedlungen wachsen. Darunter gibt es zahlreiche Heilpflanzen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist wohl die Brennnessel.

Wenn ich jetzt Anfang Mai einen Spaziergang mache und links und rechts um mich schaue, was mir so entgegenspreißt, so finde ich manche Heilpflanze darunter. Hier einige Beispiele:

Das Schöllkraut liebt die Nähe von Beton, Metall und Steinen.

Der Hopfen im Kampf gegen die Knoblauchrauke. Wer wird überleben? Der Hopfen natürlich.

Das Hopfen hat als Rankpflanze ein ungemeines Wuchspotenzial. Hier erorbert er gerade einen Holzmast.

Beruhigung, Entspannung – Ermüdung: Schlafmittel auf pflanzlicher Basis

Dienstag, 4. Mai 2010

Die Veranstaltung des Komitees “Forschung Naturmedizin e.V.” im April 2010 befasste sich unter Anderem auch mit den Wirkungen beruhigender Phytotherapeutika. Aus einer abschließenden Pressemitteilung geht hervor, dass Hypnotika (Schlafmittel) auf pflanzlicher Basis gegenüber den synthetischen (z.B. aus der Gruppe der Benzodiapine) erhebliche Vorteile haben:

- sie können keine Abhängigkeiten erzeugen (Ausnahme: theoretisch wären Abhängigkeiten bei Baldrian möglich, praktisch kommt das aber kaum vor)
- sie beruhigen und entspannen, ermüden aber nicht aktiv. Dementsprechend kommt es bei einer Einnahmer von Phytohypnotika auch nicht zu Kognitions- und Reaktionseinschränkungen.
- pflanzliche Präparate führen zu nachweislich besserer Schlafqualität als die eher betäubenden synthetischen Präparate. Am Morgen nach der Einnahme sei der beruhigende Effekt dann nicht mehr spürbar.

Dabei wurden insgesamt 5 Heilpflanzen besonders hervorgehoben: Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Haferkraut. Diese müssen aber hoch dosiert werden!

Quelle:

Ärzte Zeitung v. 30.4.2010

Ginkgo biloba – zum Zweiten…

Mittwoch, 27. Januar 2010

Ich hatte es ja schon geahnt. In meinem letzten Artikel, der die wissenschaftlich belegte Nichtwirksamkeit von Ginkgo-Präparaten zum Thema hatte, warf ich die Frage auf, wie lange es wohl dauern würde, bis die Pharmaindustrie mit Gegenargumenten kontern würde.

Nun, es hat nicht einmal 20 Tage gedauert. Die Ärzte-Zeitung vom 22./23.1.:

“Neue Daten entfachen Diskussion um Ginkgo…

Kann eine Therapie mit Ginkgo biloba den kognitiven Abbau im Alter verzögern? Eine 6 Jahre dauernde große US-Studie bei über 70-Jährigen hat dafür zumindestens keine Anhaltspunkte ergeben. EINE AKTUELLE META-ANALYSE KOMMT JEDOCH ZU ANDEREN SCHLUSSFOLGERUNGEN…”

Aha, eine sogenannte Meta-Analyse. Das ist also eine Analyse, zusammengesetzt aus mehren Einzelanalysen… Und von wem wird diese Meta-Analyse veröffentlicht?  Natürlich von der Firma Schwabe, dem Hersteller des meistverkauften Ginkgo-Mittels “Tebonin”.

Es geht hier nicht darum, die Pharmaindustire grundsätzlich anzugreifen noch ist es angebracht, die Vermischung von Wissenschaft und Marketing unbedingt an den Pranger zu stellen. Marketing muss jeder betreiben, der seine Brötchen verdienen will und wir sollten Firmen wie Schwabe, Madaus und anderen dankbar sein, dass sie die Phytotherapie hoch halten und uns mit standardisierten Mitteln versorgen. Es gilt das allgemeingültige menschliche Prinzip: wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing. Das tun wir doch alle, nicht nur die Firma Schwabe.

Es geht darum, diese Mechanismen wahrzunehmen und sich davon nicht die eigene Urteilsfähigkeit vernebeln zu lassen. Soll ein jeder sich seinen eigenen Reim darauf machen, welche Untersuchungen glaubwürdiger sind.

Wer den gesamten Artikel lesen möchte: Ärzte Zeitung vom 22./23.1.2010, Seite 9 oder online bei www.aerztezeitung.de

Ginkgo biloba – das Wundermittel scheint entzaubert zu sein

Freitag, 8. Januar 2010

Die Süddeutsche Zeitung brachte es am 30.12.2009:

Ginkgo hilft nicht gegen den geistigen Abbau im Alter

Ginkgo ist eines der beliebtesten Naturheilmittel in Europa und den USA. Ginkgo wird als Mittel gegen den Niedergang von Nervenzellen und zur Stärkung der Konzentrations- und Merkfähigkeit im Alter eingesetzt. In einem groß angelegten Versuch haben jetzt Wissenschaftler der Universität Pittsburgh herausgefunden, dass es keine beweisbaren Wirkungen von Ginkgopräparaten gibt.

An der Studie beteiligten sich 3069 Probanden zwischen 72 und 96 Jahren. 1545 Personen erhielten zweimal täglich ein beliebtes Präparat weines deutschen Herstellers, 1524 Personen bekamen Placebos. Mit Hilfe verschiedener Tests wurde die geistige Leistungsfähigkeit beider Gruppen über 6 Jahre lang mit verschiedenen Methoden getestet.

Das Endergebnis: Es konnten keinerlei Hinweise auf einen Effekt von Ginkgo biloba auf Veränderungen der allgemeinen geistigen Leitungsfähigkeit festgestellt werden. Auch spezielle Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Sprache oder Konzentrationsfähigkeit wurden durch Ginkgo nicht verbessert.

Schade, allein die Vorstellung von der Wirksamkeit war doch so schön für uns Phytotherapeuten. Aber vielleicht bringt ja ein Hersteller biologischer Arzneimittel eine zweite, “unabhängige” Untersuchung mit dem entgegengesetzten Ergebnis an die Öffentlichkeit… Mal schauen, wie lange das dauert :) .

Der Heilpflanzengarten im Herbst – die letzte Ernte

Mittwoch, 6. Januar 2010

Ende Oktober ist es wieder soweit. Wenn das Wetter trocken ist und die Sonne scheint, ist es Zeit für de letzte Kräuterernte. Viele Stauden haben noch dichten Bewuchs und müssen ausgedünt werden. Wird das unterlassen, so würden die Bestände durch das zunhmend feuchtere Klima im Spätherbst verpilzen und absterben.

Die entfernten Kräuteranteile können dann in der Küche getrocknet und für den Winer aufbewahrt werden.

SalbeiSalbeistengel großzügig ausdünnen, so dass nur einige dickere Stengel übrig bleiben. Diese überstehen den Winter unbeschadet, sogar mit Blattbewuchs.

Rosmarin

Ca. die Hälfte der Rosmarinstengel ausdünnen. Die übrigen Stengel können mit Kartoffelsäcken oder ähnlichen großfaserigen Textilmaterial abgedeckt werden. So ist die Chance groß, dass einige Rosmarintriebe den Frost überstehen werden und im nächsten Jahr die Grundlage für ein neues, voles Pflanzenbeet bilden

Bailikum2

Basilikumpflanzen sind leider einjährig. Im Oktober stehen sie in voler Blüte, Zeit für die letzte Ernte. Ich persönlich meine, dass Basilikum in voler Blüte noch stärker riecht als vor der Blüte.

Bailikum

Rotes Basilikum, ist am robustesten und wächst am besten – unschlagbar als Gewürz in Salatensaucen und in der asiatischen Küche!

Liebstöckel

Der Anblick der Liebstöckelpflanzen ist zu diesem zeitpunkt nur noch traurig. Hat man die Sommerernte verpasst, ist im Herbst schon alles verwelkt!

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