Archiv für November 2009

Was macht mein Wintersalat?

Freitag, 20. November 2009

Gigantisch – der Zichoriensalat wächst und wächst, mit jedem warmen Spätherbsttag wird er größer und schwerer.

Einige Exemplare können es durchaus auf ein  Gewicht von über einem Kilogramm bringen und können eine Familie mehrere Tage mit frischen Salat versorgen. Sie können den Salat als Ganzes bis zwei Wochen im Kühlschrank lagern, kleingeschnitten bleibt er zumindest einige Tage frisch.

Zicchorien-Spätherbst

Und das auf dem unteren Bild, das war unser “Haushase”.  Ein Prachtexemplar mit langen Löffeln, der allerdings seinen Tribut fordert. Soll ich etwa deshalb alles doppelt vergittern? Solange er sich nur hin und wieder bedient, kann er bleiben.

Obwohl: so ein Hasenbraten….

Zichorien-Späherbts2

Bier darf nicht Cannabis heißen

Freitag, 20. November 2009

Der Anlass zu diesem Artikel: eine Meldung aus meiner Hauptfundgrube, der Ärztezeitung:

“Bier darf nicht Cannabis heißen – Bier und andere alkoholische Getränke dürfen nicht unter der Marke “Cannabis” verkauft werden. Das entschied das europäische Gericht erster Instanz. Cannabis stehe für die Hanfpflanze und ihren Wirkstoff und sei als beschreibender Begriff daher als Marke ungeeignet, so das Gericht. Beim Griff zur Flasche könne den Verbraucher die Möglichkeit reizen, die gleichen Wirkungen wie mit dem Konsum von Cannabis zu erzielen.”

Wie kann man eigentlich darauf kommen, eine Biermarke mit dem Wortlaut ”Cannabis” anbieten zu wollen? Was für Gemeinsamkeiten gibt es zwischen Bier und Cannabis (außer vielleicht einer gewissen bewusstseinsverändernden Wirkung)?

Riecht man (am besten mit geschlossenen Augen) an einer gerade geöffneten Flasche Bier, so hat man den Eindruck, den scharfen, harzigen  Geruch von Cannabis wahrzunehmen.

Dieser typische Geruch im Bier wird vom Hopfen beigesteuert. Er ist botanisch ziemlich nah mit Cannabis verwandt und enthält ätherische Öle und Harze, die genau so riechen wie die Volksdroge Nr. 2. Nur für die entsprechend starke Wirkung reicht es beim Hopfen nicht – mehr als eine leichte Sedierung ist nicht drin.

Efeu – das Heilpflanzenmittel gegen Entzündungen der Atmenwege

Freitag, 20. November 2009

Die Arzneipflanze des Jahres 2010 heißt “Hedera helix”. Wir schreiben wohl erst das Jahr 2009, aber für 2010 steht laut der Uni Würzburg fest: der Efeu soll es sein.

Klinische Studien belegen die Wirksamkeit von Efeuextrakten bei entzündlichen Erkrankungen der Atemwege. Welche Wirkstoffe dafür zuständig sind, ist nicht in der Pressemitteilung der Deutschen Ärztezeitung vom 20.11.2009 verzeichnet. Ich denke es sind wohl Saponine.

Gerade bei den so quälenden entzündlichen Bronchitiden gibt es kaum Heilpflanzenpräparate, die imstande sind, einen quälenden akuten Hustenreiz wirksam zu lindern:

  • Am ehesten sind noch die ätherische Öle dazu in der Lage. Sie bergen aber die Gefahr einer Überdosierung.
  • Schleimstoffe erreichen nur bedingt die mittleren und unteren Atemwege.

Häufig ist man geneigt, zu zentral beruhigenden Medikamenten zu greifen – hier vor allem kodeinhaltige Präparate. Sie wirken prompt, haben aber bedeutende Nachteile: es wird kein Schleim mehr nach außen befördert und die Bronchitis läuft Gefahr, zu einer Pneumonie auszuarten. Auch sollte die suchterzeugende Wrkung von Kodein nicht unterschätzt werden, es ist nicht umsonst ein Abkömmling vom Schlafmohn.

Da kommt uns die Meldung der außerordentlich guten Wirksamkeit von Efeupräparaten gerade recht! Wie schreibt die Ärztezeitung in ihrer Meldung weiter:

“Aber Achtung: Frische Efeublätter und ihr Saft können auf der Haut allergische Entzündungen verursachen…..Kinder können sich mit den Beeren vergiften. Die Folgen sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen.”

Also: auch beim Efeu sollten – wie überall in der professionellen Phytotherapie – nur standardisierte Präparate aus der Apotheke bevorzugt werden.

Immunschutz über unsere Ernährung

Donnerstag, 12. November 2009

Influenza A/H1N1

Seit Monaten hält uns das Thema „Schweinegrippe“ in Atem. Nachdem diese Krankheit
Mitte April in Mexiko ausgebrochen war, hatte sie sich schnell auch in den USA verbreitet. Inzwischen hat diese Grippewelle auch Deutschland erreicht und täglich nimmt die Zahl der Erkrankten weiter zu. Beunruhigende Nachtrichten über die Influenza A/ H1N1 sind an der Tagesordnung. In einigen Städten werden Kindergärten, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen. Die Bevölkerung ist verunsichert, insbesondere bei der Frage einer möglichen Impfung. Einerseits Empfehlungen dafür – allerdings unter Berücksichtigung eventueller Nebenwirkungen oder Impfschäden, andererseits aber auch Todesfälle. Wobei Experten die Schweinegrippe nicht gefährlicher einschätzen als die normale Influenza. Statistisch gesehen sind bisher weniger Personen gestorben als bei der jährlichen Grippewelle.
Laut Ärzte-Blatt gibt es immer mehr Ärzte, die sich in der Vergangenheit eher skeptisch zur Impfung geäußert hatten, und nun mehr und mehr Befürworter für eine Schutzimpfung werden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet mit einer Ausweitung und warnt vor einer regelrechten Welle an Infektionen, vor allem schwere Fälle würden zunehmen. Man rät eine strikte Einhaltung der persönlichen Hygiene. Dementsprechend wird regelmäßiges Händewaschen empfohlen sowie das Berühren von Augen, Nase, Mund zu vermeiden.

Wie können wir uns vor dieser Verunsicherung schützen?

Zunächst einmal: Ruhe bewahren!

Richten wir unsere Aufmerksamkeit nun einmal auf unser Immunsystem.
Wie können wir es stärken?

An erster Stelle steht die Ernährung.
Wir benötigen eine gesunde, frischkostreiche Ernährung, die unseren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen versorgt.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt mit ihrer Kampagne:
„five a day“ bzw. “5 am Tag” fünf Obst oder Gemüseportionen pro Tag – möglichst abwechslungsreich. Dies erreicht man z.B. über 1 Portion Salat bzw. Rohkost, 1-2 Portionen Gemüse und 2-3 Stücke Obst.
Zur Zeit ist Hochsaison für alle möglichen Kohlsorten, Lauch, Fenchel, Mohrrüben, Pastinaken, Tobinambur, Winterrettich, Feld- und Endiviensalat sowie Äpfel, Birnen, Trauben, Kiwis, Orangen, Mandarinen, Grapefruits, Ananas, Avocados und Feigen.

Bewegen Sie sich!
Regelmäßige körperliche Bewegung hat einen stärkenden Einfluss auf unser Immunsystem. Günstig ist es, wenn wir uns an der frischen Luft bewegen, da die Temperaturreize eine weitere Unterstützung für unser Immunsystem bedeuten. Dadurch reduziert sich auch die erkältungsfördernde Wirkung trockener Schleimhäute. Also Verzicht aufs Auto, öfter mal eine Tour mit dem Fahrrad, Spaziergänge im herbstlich bunten Wald oder Wanderungen in Gottes schöner Natur. Ausdauersportarten wie Laufen, Joggen, Nordic-Walking, Radfahren oder Schwimmen sind nicht nur für unseren Körper gut sondern haben auch einen positiven Einfluss auf unsere Psyche. So haben die so oft erwähnten Winterdepressionen keine Chance.

Sie wissen ja:
Es gibt kein schlechtes Wetter, eher ist es die ungünstige Kleidung.

Entspannen Sie richtig!
Lernen Sie richtig zu „relaxen“. Zum Ausgleich für den arbeitsreichen Alltag benötigen wir Entspannungstechniken, um innere Ruhe und Gelassenheit zu finden. Ob Autogenes Training, Muskelrelaxation nach Jacobsen, Yoga, Meditationen oder eine schöne Entspannungs-CD – suchen Sie sich das richtige für sich aus. Wann waren Sie das letzte Mal in der Sauna?
Hier finden Sie nicht nur Ruhe und Entspannung, sondern stärken auch gleichzeitig Ihre Abwehrkräfte. Die Abfolge von Hitze mit dem anschließenden Kaltbad entspannt die Muskulatur, regt Kreislauf und Stoffwechsel an und hat einen stärkenden Einfluss auf die Atmung und das Immunsystem.

Gute Nacht
Eines der besten Anti-Aging-Mittel ist ausreichender Schlaf in der Nacht! Er ist wichtig für die Regulation des Stoffwechsels und somit auch für unser Immunsystem. Die optimale Raumtemperatur liegt bei 16 bis 18 Grad, also niedriger als in den anderen Wohnräumen.
Ist die Matratze noch okay oder eher durchgelegen? Kopfkissenhöhe und Schlafdecken müssen individuell passen – ein Bauchschläfer benötigt ein anderes Kissen als ein Seitenschläfer. Ein Fußbad oder eine Wärmeflasche sorgen für warme Füße.
Schalten Sie rechtzeitig Fernseher oder Computer vor dem Schlafengehen aus.
Machen Sie eine kleine Meditationsübung, lassen den Tag gedanklich noch einmal an sich „vorüber ziehen“.

Was können Sie noch Gutes tun?
80 Prozent unseres Immunsystems befinden sich in unserem Darm.
Vielleicht ist jetzt gerade die richtige Zeit für eine Fastenkur oder eine Darmsanierung.
Kräutertees und Vitaminshakes sind in dieser Jahreszeit günstiger für unser Immunsystem als Kaffee und Alkohol. Besonders Vitamin C stärkt die Widerstandskraft gegen Infektionen.
In Kombination mit Vitamin E, beta-Carotin und Selen bekommen unsere Körperzellen einen besonderen Schutz vor oxidativen Schäden.

Vitamin C
Vitamin C unterstützt aktiv die Arbeit unserer Abwehrzellen gegen Bakterien und Viren und ist somit eine große Unterstützung für das Immunsystem. Neben seiner Funktion als Antioxidans wird es für zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigt. Es sorgt für ein festes Bindegewebe, für gesunden Schlaf und Nerven und es beschleunigt den Heilungsprozess bei Verletzungen. In der Ernährung finden wir es in zahlreichen Gemüse- und Obstsorten (u.a. sämtliche Kohlarten, Paprika, Fenchel, Zitronen, Apfelsinen, Mandarinen, Erdbeeren, Hagebutten, Sanddorn, Acerolasaft) sowie in der Kartoffel.
Vorsicht ist bei Stress geboten! Stress ist ein Vitamin-C-Killer.

Vitamin E
Vitamin E ist das wichtigste fettlösliche Antioxidans. Es schützt die Zellmembranen vor freien Radikalen und ist somit auch ein Schutz vor Krankheiten. Dieses Vitamin kann die Resistenz gegen Bakterien erhöhen und regt die Produktion von Antikörpern an.
Vitamin E ist in erster Linie in Pflanzenölen, besonders in Weizenkeim-, Sonnenblumen-
und Distelöl enthalten. Gute Vitamin-E-Lieferanten sind außerdem verschiedene Fischsorten (Makrele, Lachs) sowie Getreide, Samen und Nüsse und einige Gemüsesorten (Paprika, Schwarzwurzeln, Grünkohl, Weißkohl und Wirsing).

?-Carotin

?-Carotin ist die Vorstufe von Retinol = Vitamin A. Man bezeichnet es deshalb auch als Provitamin. Die Carotinoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die Obst ihre tiefgelbe bis orangerote sowie den dunkelgrünen Gemüsesorten ihre Farbe geben. Die besten Quellen sind: Karotten, Kürbisse, Süßkartoffeln, Spinat, Chicoree, Tomaten und Broccoli sowie Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen und Mangos.

Selen
Selen ist ein essentielles Spurenelement, das Fress- und Killerzellen des Immunsystems stimuliert, deren Aufgabe es ist, eingedrungene Fremdkörper zu vernichten. Der Selengehalt der Böden hat in den letzten Jahren etwas abgenommen und ist je nach Region auch extrem unterschiedlich. Von daher ist auch der Selengehalt in den Lebensmitteln unterschiedlich hoch. In Trinkwasser und Getränken ist es nur in geringen Mengen vorhanden.
Wir müssen es mit Fisch, Fleisch, Leber, Getreideprodukten, Sesam, Milch, Gemüse und Nüssen zu uns nehmen.

Damit wir unser Immunsystem über die Ernährung stärken können, anbei ein Rezept,
passend zur herbstlichen Jahreszeit.

Vorweg: Herbstlicher Salat

Einen Endiviensalat, bunt belegt mit Tomaten- und Paprikastreifen. Das Ganze wird auf einem Teller schön angerichtet, mit Walnüssen und Gomasio (gerösteter Sesam mit Meersalz) bestreut.
Die Marinade besteht aus einem hochwertigen Pflanzenöl und etwas Essig oder Sojasoße.

Kürbiscremesuppe    (4-6 Portionen)

2 große Zwiebeln                     schälen, fein würfeln     mit
2 Äpfeln in etwas Öl                andünsten
1,5kg Hokaidokürbis   nicht schälen! nur waschen,
entkernen u. würfeln
300g Kartoffeln                       waschen, schälen, würfeln und mit dem Kürbis in 2,5l Wasser,            sowie
2-3 Lorbeerblättern u. 1Tl Koriander              ca. 30-40 Min. leicht köcheln, bis das Gemüse gar ist.
Lorbeerblätter entfernen, Äpfel u. Zwiebeln dazugeben, die Suppe pürieren,                mit
200ml Sojacreme oder Reismilch auffüllen.
Folgende Gewürze können dazu gegeben werden:
½-1Tl Muskat, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, indische Gewürzmischung ev. Curry und etwas Salz

Nachtisch: Obstsalat der Saison

Aus Ananas, Äpfeln, Orangen, Mandarinen, Bananen und Mango einen bunten Obstsalat herstellen.
Ev. mit etwas Ahornsirup, Honig oder Agavendicksaft süßen.
Auf Wunsch etwas Sahne schlagen und zusammen mit gerösteten Sonnenblumenkernen über den Obstsalat geben

Wer stark, gesund und jung bleiben
und seine Lebenszeit verlängern will,
der sei mäßig in allem, atme reine Luft,
treibe tägliche Hautpflege und Körperübung,
halte den Kopf kalt, die Füße warm
und heile ein kleines Weh eher
durch Fasten als durch Arznei
(Hippokrates)

Gesichtsrötung, Rosacea, Neurodermitis, Erythem – wirksames Pflanzenpräparat in Aussicht

Donnerstag, 12. November 2009

Gegen die chronischen Rötungen im Gesichtsbereich gab es bisher nur sehr wenig aus dem Pflanzenbereich einzusetzen. Man kann die gesamte Phytotherapie-Literatur rauf und runter lesen: kaum etwas zu finden über dieses Thema. Der einzige nennenswerte Hinweis kommt von Messegue: er läßt Mohnblütenblätter, Rosenblütenblätter und Schöllkrautblätter einige Tage in Wasser ziehen, seiht die Planzenreste ab und hat dann ein kosmetisches Wasser zum äußeren Benetzen der gereizten Haut. Eine gewisse Wirkung kann  man dieser Mazeration nicht absprechen. Aber der große Wurf ist das nicht (aber immerhin besser als gar nichts!)

Jetzt lässt ein Artikel der Ärztezeitung vom 9.11.2009 aufhorchen: “Mit einem Extrakt aus Süßholzwurzel gegen Hautrötung”:

Das Flavonoid “Licochalon” ist im Süßholzwurzelextrakt enthalten und hemmt nachweislich die Ausschüttung von Entzündungsstoffen, mit der Folge, dass die Hautrötungen abnhmen oder sogar ganz verschwinden. Geprüft wurde dies in einer Studie mit über 4000 Menschen.

Mittlerweile wird der Extrakt schon eingesetzt: in den “Anti-Rötungs-Cremes” der Firma Eucerin, die hauptsächlich bei Akne rosacea eingesetzt werden können und in der “Omega-Creme” von Eucerin, die bei atopischer Dermatitis und bei Folgen zu starker Sonneneinstrahlung indiziert ist.

Share |
BTB | Burger Straße 221 | 42859 Remscheid | Tel.: 02191 - 93 15 93 | Fax: 02191 - 93 15 59 | E-Mail: kontakt@btb.info